7 Tage und 398 km auf dem Westweg

Strecke: Der Westweg im Schwarzwald

Start: Pforzheim

Ziel: Titisee

Länge: 398 km (Ost- und Westvariante)

Höhenmeter: 12.278

Etappen: 7

Dauer (Laufzeit): 61:34:24

Zeitraum: März 2018

Temperatur: -17°C bis +10°C

Besonderheiten: Ein Lauf im tiefsten Winter mit teilweise 1,7 Meter Schnee. 12 Tore (Portale) auf dem Weg, die alle durchlaufen werden können.

Der Westweg im Netz: Schwarzwald Tourismus

1. Etappe

Pforzheim - Forbach

Nun sollte es also los gehen...

Am Samstag, den 17. März 2018 habe ich mich auf den Weg nach Pforzheim gemacht. Die Anreise verlief etwas schleppend, da es zuvor im Norden reichlich Neuschnee gab und es dadurch zu vielen Zugausfällen kam. Mit einiger Verspätung erreichte ich meinen Startort und bezog zunächst mein Zimmer im Hotel "Gute Hoffnung", wie passend! Am Abend bummelte ich noch durch Pforzheim. Es war kalt, aber es lag kein Schnee.

 

In der vergangenen Woche war es recht warm, so dass im Schwarzwald generell viel Schnee weggetaut ist, wie ich auf zahlreichen Webcams verfolgt hatte. Dies stimmte mich positiv, da die nette Lady der Touristinfo Hochschwarzwald in einem Telefongespräch mein Vorhaben mit "Im März kann man den Westweg nicht laufen. Kommen Sie im Mai wieder" abgeschmettert hat und ich somit ein mulmiges Gefühl im Bauch hatte.

 

Vor lauter Aufregung konnte ich kaum schlafen, aber irgendwann klappte es schon. Um 6:30 Uhr klingelte dann mein Wecker. Ein erster Blick aus dem Fenster und - ach du sch....! In der Nacht gab es im gesamten Schwarzwald reichlich Neuschnee. Dieser Schnee sollte mich noch sehr lange begleiten. Zudem wurden für den Sonntag Temperaturen im zweistelligen Minusbereich vorausgesagt - was für ein Start. Nach dem Frühstück lief ich zur "Goldenen Pforte Pforzheim", dem offiziellen Start des Westweges. Mein Ziel sollte heute Forbach sein.

 

Die ersten 12km bis Neuenbürg gingen recht sanft ohne große Höhenmeter dahin. Von Neuenbürg dann hoch nach Dobel auf rund 700 Meter Höhe. Ab dort dann immer stetig hinauf, bis ich den Kaiser-Wilhelm-Turm auf 988hm erreicht habe. Es war tatsächlich eisig kalt. Außer einem kurzem Stopp in Dobel hatte ich keine Gelegenheit, mich etwas aufzuwärmen. Bei km 45 musste ich eine Pause in einer Hütte am Weg machen, um etwas zu essen. Das Resultat war, dass ich meine Hände nicht mehr spürte! Zum Glück hatte Einmal-Handwärmer dabei..

Die letzten 5 km ging es dann auf einem tollen Trail hinab nach Forbach.

 

Tageskilometer: 54.5

Höhenmeter: 1412

Zeit: 7:34:44

Strecke


2. Etappe

Forbach - Oberharmersbach

Und auch die 2. Etappe konnte ich erfolgreich zu Ende bringen. Am Montag war wohl der kältest Tag der Woche, ab jetzt sollte es immer 1 Grad wärmer werden. Bei gefühlten -17 Grad auf der Hornisgrinde auch dringend notwendig. Start war in Forbach mit Ziel Oberharmersbach. Es ging gleich steil bergan und die ersten 1000er wurden erklommen. Auf der Hornisgrinde bei km 25 hatte ich dann 1500hm auf der Uhr. Die Hornisgrinde ist der höchste Berg (1163m) im Nordschwarzwald. Die Bäume da oben waren echt atemberaubend bedeckt von Eis und Schnee. Danach ging es vorbei am Mummelsee in Richtung Darmstädter Hütte und weiter bis nach Kniebis. Bei km 68 musste ich noch 2 zusätzliche Höhenmeter erklimmen, ich konnte nicht anders. Seht selbst auf dem letzten Bild...

Tageskilometer: 75.2
Höhenmeter: 2186
Zeit: 10:29:42


3. Etappe

Oberharmersbach - Furtwangen

Die 3. Etappe vom Westweg begann mit Sonnenschein - wie aufregend! Der Start war in Oberharmersbach (Hark) mit Ziel Furtwangen. Die ersten 15.5 km ging es meist bergab. Hausach war der „Tiefpunkt“ mit ca. 250hm. Danach ging es steil bergauf auf 800hm. Ab dort immer ein auf und ab auf teilweise tief-verschneiten Wegen. Die Sonne schien bis ca. 15 Uhr, das war echt herrlich. Ab dann hat es geschneit - welch Wunder...

Beim letzten Berg Brend, mit 1148hm auch der Höchste der Etappe, mussten dann die Schneeketten an die Schuhe.

Tageskilometer: 54.0
Höhenmeter: 2105
Zeit: 8:46:50


4. Etappe

Furtwangen - Todtmoos

Auch die 4. Etappe konnte ich erfolgreich beenden. Der Start war in Furtwangen, das Ziel war Todtmoos. Dazwischen lag einfach nur Schnee, viel Schnee! Bei tollen Sonnenschein ging es zunächst in Richtung Titisee. Dieser Abschnitt hatte außer Schnee nichts zu bieten. In Titisee teilt sich der Westweg in die Ost- und Westvariante. Ich bin auf der Ostvariante weiter. Der kommende Abschnitt hatte es dann richtig in sich. Der Herzogenhorn mit 1415hm, der Blößling mit 1310hm, der Zweiseenblick mit 1304hm und der Hochkopf mit 1263hm waren die 4 höchsten Berge der Strecke. Zwischen den Berggipfeln ging es natürlich immer schön runter. Das Auf und Ab war jeweils sehr mühsam, da ich meist die ersten Spuren im Schnee gezogen habe. Besonders der Blößling wird mir in besonderer Erinnerung bleiben. Ein sehr steiler Aufstieg verlangte mir alles ab (zusammen mit dem Schnee + Bäumen auf dem Weg, 2.2km in 50min), belohnt wurde ich mit einem einsamen Gipfel. Absolute Stille und eine tolle Sicht auf die Alpen, das war ganz großes Kino!


Tageskilometer: 65,7
Höhenmeter: 1949
Zeit: 10:47:54


5. Etappe

Todtmoos - Basel

Die 5. Etappe führte mich auf dem Westweg von Todtmoos nach Basel. In Todtmoos ging es zunächst wieder hinauf auf den Westweg. Von 1100hm sollte es nun stetig bergab gehen. Der ein oder andere Anstieg blieb natürlich nicht aus. Der letzte 1000er des Tages war die Hohe Möhr, aber nur, weil ich alle 144 Stufen des Turmes mitgenommen habe. Bei Kilometer 11 geschah heute etwas Besonderes - seit dem Start in Pforzheim (!) lief ich das erste Mal nicht mehr auf Schnee! Die Landschaft veränderte sich nun deutlich, weg von den Tannenwäldern und hin zu hügeligen Wiesen. Die letzten km vor Basel gingen auf kleinen Pfaden entlang des Dinkelbergs. Schließlich überschritt ich im Wald die Grenze und erreichte nach wenigen km den Badischen Bhf Basel. Eigentlich sollte der Tag in Herten enden. Da ich jedoch gut in der Zeit war, beschloss ich, bereits am 5. Tag etwas Strecke von der 6. Etappe mitzunehmen.

 

Tageskilometer: 64.8
Höhenmeter: 1694
Zeit: 9:52:36


6. Etappe

Basel - Haldenhof

Am 6. Tag ging es auf dem Westweg von Basel zum Haldenhof. Nach dem erfolgreichen Ablaufen der östlichen Variante ging es nun auf der westlichen Variante zurück in Richtung Titisee. Die ersten 5 km verliefen auf dem Damm der „Wiese“ durch Basel. Das erste Mal, dass es nach dem Start nicht steil bergauf ging. Nach dem Grenzübertritt führte der Weg über den Tüllinger Berg zur Burg Rötteln und weiter mit leichtem Auf und Ab in Richtung Kandern. Ab Kandern kam der bislang längste Aufstieg der gesamten bisherigen Tour. Von 323hm auf 1165hm. Auf dem Blauen angekommen hatte ich eine tolle Sicht in Richtung Rhein-Ebene. Die andere Seite war in dichten Nebel verhüllt. Die kommenden 10km waren geprägt durch angetauten Tiefschnee entlang auf einem Pfad am Steilhang. Entweder rutschte ich weg (trotz Schneeketten), oder ich sackte weg, oder ich knickte um, spaßig war das nicht. Am Haldenhof kam mir dann meine Familie entgegen gelaufen, was ein ganz toller und bewegender Moment war!

Tageskilometer: 47.5
Höhenmeter: 1800
Zeit: 8:09:05


7. Etappe

Wiedener Eck - Titisee

Ich bin dann mal Westweg...

     ...und habe am Samstag mein Ziel, die Touristinfo Titisee, erreicht!

 

398,2 km habe ich nun auf dem gesamten Westweg verbracht. 7 Tage/ 7 Etappen durch den Schwarzwald mit all seinen landschaftlichen Facetten. 12278 Höhenmeter erlaufen. Gelaufene Zeit für die gesamte Strecke 61:34:24 (oder gerannt, wie der Schwarzwälder sagt...). Unterwegs bei gefühlten -17°C und +10°C. Die meiste Zeit auf Schnee, oft auch Tiefschnee, aber auch auf grünen Wiesen im Süden. Jede einzelne Etappe war komplett einzigartig und ich habe Eindrücke gesammelt, die ich nie vergessen werde. Ich bin überglücklich und dankbar zugleich. 

 

Auf der 7. und somit letzten Etappe ging es zunächst vom Wiedener Eck in Richtung Notschrei. Von dort auf dem Winterwanderweg über Stübenwasen bis hinauf auf den Feldberg (1493hm + 1,7hm Schnee). Ab hier hinab zum Feldsee und weiter auf einem tollen Trail in Richtung Titisee. Heute habe ich auch die letzten beiden der 12 Portale eingesammelt, so dass ich mit meiner Stempelkarte nun zur Touristinfo kann. Da wartet ein Geschenk.

Tageskilometer: 36,5
Höhenmeter: 1132
Zeit: 5:53:33