230 km entlang der Ruhr - TorTour de Ruhr!

Warum, warum will man 230 km nonstop laufen? Ganz einfach, weil es einfach Spaß macht. Zugegeben, nicht in Teilen des Laufes, da schmerzt es einfach. Aber irgendwann ist der Schmerz vorbei, dann läuft es einfach und man kommt in einen Zustand, der schwer zu beschreiben ist. Probiert es selbst aus.


Angefangen hat es damit, dass mir meine Schwester mal erzählt hat, sie wolle den Ruhrtalradweg abfahren. Da war doch was, dachte ich mir. Genau, die TorTour de Ruhr! Also, den Jens angeschrieben und das Zittern begann. "Du hast einen Startplatz" - so die freudige Nachricht nach einigen Wochen. Sofort habe ich meine Schwester angerufen und ihr berichtet, dass ich sie bei ihrer Fahrt auf dem Ruhrtalradweg begleite! Der Termin? "Pfingsten 2018. Nein, du brauchst keinen Urlaub, wir starten Samstag und sind Sonntag da." Die Reaktion darauf war klasse. Sie weiß ja, dass ich verrückt bin. Somit hatte ich eine Crew, die letztlich auf insgesamt 4 Begleiter anwuchs. Vom Start an der Ruhrquelle sollte es 230km bis hin zur Rheinmündung gehen. Bei frischen 2 Grad machten sich Samstag früh über 100 Starter auf den Weg. Nach guten 30 km hatte sich das Feld schon merklich auseinandergezogen, so dass meine Radbegleitung neben mir her fahren konnte. Die Begleitung durch eine Crew war ein Pflichtpunkt der Ausschreibung. Auf 230km kann halt viel passieren, da ist der Veranstalter nicht vor Ort, um einen mal in den Arm zu nehmen, wenn es gerade schlecht läuft. Über den Tag wurde es dann immer wärmer, dafür immer flacher, da das Hochsauerland hinter einem blieb. Irgendwann kam die Nacht und es wurde wieder merklich kälter. Erfahrungsgemäß habe ich meinen Tiefpunkt gegen 4 Uhr, diesen galt es zu überwinden. Eine längere Schlafpause ist nicht meins. Ich bekomme da meinen Kopf nicht abgeschaltet und somit entschied ich mich für das Durchlaufen. Und dann kommt der Sonnenaufgang. Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn die Natur wieder aufwacht - die Sonnenstrahlen, das Vogelgezwitscher...

Der Tag sollte dann noch einmal richtig heiß werden und somit eine echte Herausforderung an die Läufer. Ich konnte mein Tempo recht gut beibehalten, und somit erreichte ich nach 31:30 Stunden das Ziel, das Rheinorange!

Ein riesen Dank geht an meine Crew, ohne die ich das Ziel nicht erreicht hätte. Zudem danke ich dem Veranstalter Jens und seinem Team für die tolle Organisation und den einzigartiger Spirit. Ein weiterer Dank geht an die vielen tollen Helfer an den VPs. Leute, ihr wart geil! 

Wir sehen uns in 2020!